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Bindung und Migration
23.05.2019

Frick, Jürg

Prof. Dr. phil., Psychologe FSP

Curriculum Vitae

Jürg Frick, Prof. Dr. phil., Psychologe FSP; individualpsychologischer Berater SGIPA, Lehrerausbildung und Lehrtätigkeit, seit 1991 in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen, von 2002 bis 2016 Dozent und Berater an der PH Zürich. Heute Arbeit als freier Weiterbildner an verschiedenen Hochschulen und Volksschulen sowie als psychologischer Berater in eigener Praxis. Arbeitsschwerpunkte: Gesundheit und Salutogenese, Burnout und Burnout-Prävention, Resilienz und Resilienzförderung, Ermutigung, Geschwisterbeziehungen, Elterngespräche führen, Verwöhnung, Bindung und Beziehungskompetenz.
Autor diverser Bücher und Fachartikel, u.a.: Gesund bleiben im Lehrberuf. Ein ressourcenorientiertes Handbuch (2015); Ich mag dich – du nervst mich Geschwister und ihre Bedeutung für das Leben. 4.A. (2015); Die Kraft der Ermutigung. 3.A. (2019); Die Droge Verwöhnung. 5.A. (2018); Was uns antreibt und bewegt (2011); Resilienz und Selbstentwicklung (2009); Auswirkungen und Dynamiken der Geschwisterthematik in Schulklassen und im Lehrerteam (2015); Wie können Schulleitende zur Gesundheit ihres Personals beitragen? (2018); Resilienz und Salutogenese im Lehrberuf (2019).
www.juergfrick.ch

Abstract

Ich mag dich – du nervst mich! Geschwister und ihre Bedeutung für das Leben

Geschwisterbeziehungen sind wie Eltern-Kind-Beziehungen als Primärbeziehungen (und Bindungen!) von grosser Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung, obwohl diese Tatsache immer noch – auch in Fachkreisen – übersehen bzw. vernachlässigt wird. Die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen ist vielgestaltig: Identitäts- und Selbstentwicklung, Erlernen von vielfältigen grundlegenden horizontalen Beziehungsmustern, Sozialisations- und Individuationsprozesse, Identifikation und Abgrenzung, Projektionsflächen, Loyalität, Ermutigung, Unterstützung und Empathie oder Spiegel des eigenen Verhaltens.

Geschwisterrangpositionen lassen zwar Tendenzen von bestimmten Verhaltens- und Erlebensmustern als Älteste, Jüngste usw.  erkennen, die Wirkung ist aber stark von der subjektiven individuellen Wahrnehmung des betreffenden Geschwisters sowie von weiteren Faktoren abhängig.

Auswirkungen von ungeklärten Geschwisterbeziehungen in Form von Übertragungen, Konflikten und Neuinszenierungen sind häufig.

Für die beraterische bzw. therapeutische Arbeit (Einzelarbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Familienberatung) ist es zentral, immer eine individuelle Analyse der familiären Situation (alle Beziehungen, Systeme und Subsysteme) und insbesondere der persönlichen subjektiven Wahrnehmungsmuster der Betroffenen vorzunehmen.