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19.04.2018

Programmflyer der Referenten zur Bindungskonferenz 2018 verfügbar!

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20.03.2018

Programm zur Vorkonferenz 2018 verfügbar!

Hier gelangen Sie zu ausführlichen Infos zur Vorkonferenz 2018

16.11.2017

Der Ankündigungsflyer 2018 ist ab sofort verfügbar!  » mehr

News

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Bindung und Migration
17. Internationale Bindungskonferenz
Bindung und Scheidung
05. Oktober- 07. Oktober 2018
Bindung und Migration

Die Trennung von der Bezugsperson ist ein Grundstein der Bindungstheorie; allerdings hat die Bindungsforschung jedoch nicht gründlich untersucht, wie die Trennungserfahrung eines Säuglings im Kontext von elterlicher Trennung und Scheidung die Bindung beeinflusst. Judith Solomon und ich entwarfen die erste systematische Studie ihrer Art, die sich mit der Frage der Auswirkungen auf die Bindung von Säuglingen zur Mutter und zum Vater während des ersten und zweiten Lebensjahres befasste. Die Studie umfasste Erstgeborene und ihre getrennten oder geschiedenen Eltern, welche mit intakten Familien verglichen wurden. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Übernachtungsbesuche bei dem Vater ein Risikofaktor für eine desorganisierte Bindung zur Mutter waren. Eine desorganisierte anstatt sichere Bindung zum Vater war ebenfalls wahrscheinlicher in beiden Trennungsgruppen (mit und ohne Übernachtungsbesuchen), hing aber nicht mit Besuchsvereinbarung zusammen. Schlechte Kommunikation der Eltern, starker Elternkonflikt und die von den Müttern berichtete eigene Unfähigkeit der Mutter, ihre Kinder weder vor dem Stress der Scheidungssituation als solcher noch vor dem Stress der Auseinandersetzungen des Paares schützen zu können, trugen zu einer desorganisierten Bindung des Kindes zur Mutter bei. Diese Befunde führten zu Fragen bezüglich des Wohlergehens der Kinder ein Jahr später. Unsere Follow-up-Studie untersuchte die dyadische Mutter-Kind-Interaktion während einer Reihe von Problemlöseaufgaben. Die Ergebnisse zeigten, dass Übernachtungsbesuche bei dem Vater im Säuglingsalter oder als Kleinkind ein Risikofaktor für eine Verhaltensverschlechterung bei der Ausführung von bestimmten Aufgaben waren (z. B. der Aufforderung, nach dem Spielen aufzuräumen), welche auf eine fünfminütige Trennung folgten. Dieses –Phänomen eines „psychischen Zusammenbruchs“ des Kindes bei solchen Aufgaben legt nahe, dass frühe Besuchserfahrungen möglicherweise zu einer fehlregulierenden Stressreaktion beigetragen haben könnten, ausgelöst durch eine starke Aktivierung des Bindungssystems infolge der Trennung von der Mutter. In der Zusammenschau werfen die Studienergebnisse insgesamt Fragen auf über die Quellen der Vulnerabilität von Kleinkindern bei elterlicher Trennung, über die Möglichkeiten der Unterstützung der Bindung zu Müttern und Vätern und wie man Eltern dabei helfen kann, auf lange Sicht eine Feinfühligkeit für ihr Verhalten gegenüber ihrem Kind zu entwickeln oder wiederzugewinnen.

Biografie:

Carol George, Ph.D. ist Professorin der Psychologie am Mills College, Oakland, California. 1984 erhielt sie ihren Doktor in Entwicklungspsychologie von der Universität von Kalifornien, Berkeley. Sie gibt Kurse zur Entwicklung über die Lebensspanne, Kleinkindalter, Jugendalter und Bindung, wobei sie ebenfalls ein Master-Programm zur mentaler Gesundheit im Kleinkindalter mitleitet. Sie hat eine Vielzahl an wissenschaftlichen Artikeln, Buchkapiteln und Büchern über die Bindung bei Erwachsenen und Kindern, sowie die Betreuung von Kindern veröffentlicht, einschließlich Attachment Disorganization (1999), Disorganized Attachment and Caregiving (2011) und The Adult Attachment Projective Picture System. Dr. George war eine Pionierin in der Entwicklung von Bindungsbeurteilungen für Kinder und Erwachsene, einschließlich des 'Attachment Doll Play Projective Assessments', des 'Caregiving Interviews', des 'Adult Attachment Interviews' und des 'Adult Attachment Projective Picture Systems'. Sie führt umfangreiche Schulungen und Beratungen zur Anwendung von Bindungsbeurteilungen für Themen über die gesamte Lebensspanne in Forschung und Klinik durch. Dr. George ist Redaktionsassistentin und Mitglied im Editorial Board des Journals Attachment and Human Development.