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Bindung und Migration
21. Internationale Bindungskonferenz
Gestörte Bindungen in digitalen Zeiten
16. September - 18. September 2022
Bindung und Migration

Willkommen zur 22. Internationalen Bindungskonferenz 2023

Diese findet statt vom 15. -17. September 2023 in Ulm

NUR DIE ZWEITE WAHL?

Väter, Großeltern, Pflegeeltern, Pädagog:innen, Therapeut:innen und weitere Bindungspersonen in Begleitung, Beratung, Therapie und Prävention

Menschen sind soziale Wesen, die von Anfang an auf der Suche nach Beziehung, Zugehörigkeit und Bindung zu denjenigen Menschen sind, denen sie in ihrem Umfeld begegnen. Daraus entsteht bestenfalls ein Netzwerk von sicheren, schützenden Bindungsbeziehungen, die eine gesunde Entwicklung ermöglichen.

Kinder sind ab dem Säuglingsalter im Kontakt mit vielfältigen potentiellen Bindungspersonen. Väter sind zunehmend mehr in der Pflege und emotionalen Versorgung ihrer Kinder als Bindungspersonen engagiert. Sie werden manchmal zu den Hauptbindungspersonen, die ihren Kindern am besten Schutz und Sicherheit vermitteln können. Aber auch Großeltern, Pflegeeltern, Tageseltern, Krippen- und Kindergartenpädagog:innen, Lehrer:innen, Kinderpsychotherapeut:innen, Jugendhilfe-Mitarbeiter:innen, Therapeut:innen u. a. werden zu wichtigen, oft lebensrettenden sekundären Bindungspersonen. Diese sind in die bindungsorientierte Betreuung, Pflege, Entwicklung sowie auch in die Beratung und Therapie der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen eingebunden. Oftmals bieten diese Bindungspersonen korrigierende, erste sichere Bindungserfahrungen. Diese können besonders dann zu einer gesunden Entwicklung beitragen, wenn die Betroffenen Vernachlässigung und andere stressvolle bis traumatische Erfahrungen in den frühen Lebensjahren erlebt haben.

Wie viel Platz darf ich im beruflichen Kontext im Herzen eines Kindes einnehmen? Muss eine Bindung zur Mutter immer gewährleistet sein? Wie entsteht ein gutes Bindungsnetz? Kann es zu viele Bindungspersonen in den ersten Lebensjahren geben? Wie können neue Bindungen gut wachsen und (alte) Bindungsabbrüche gut versorgt werden? Sind Bindungsbeziehungen wirklich spezifisch für ein Kind und erstellt es eine Hierarchie für die „beste“ primäre Bindungsperson, gefolgt von der „zweitbesten“ sekundären und weiteren Bindungspersonen? Wie unterscheidet ein Kind die verschiedenen Bindungspersonen in der Familie und in der Fremdbetreuung? Sind Mütter immer „die erste Wahl“, und sind andere Bindungspersonen automatisch immer „nur die zweite Wahl“?

International renommierte Kliniker:innen und Forscher:innen werden diese Themen erörtern. Sie werden von ihren Erfahrungen aus Behandlungen und von Studien berichten sowie Wege zur Prävention aufzeigen.

 

Die Konferenz richtet sich an alle, die im Kontext von Begleitung, Beratung und Therapie tätig sind, etwa in Medizin, Psychologie, Psychiatrie, Psychotherapie, Pädagogik, Sozialer Arbeit, Politik und bei Gerichten. Es soll auch denjenigen wichtige Anregungen geben, die mit der Förderung von Resilienz und Prävention in diesem Zusammenhang befasst sind. Sie können helfen, dass die Folgen von Störungen in den Bindungsbeziehungen – bis hin zu traumatischen Erfahrungen – durch neue Bindungserfahrungen bewältigt werden können oder dass diese Störungen gar nicht erst entstehen.

 

Karl Heinz Brisch